lehmann natur und tesoribio
Bio-Zitrusfrüchte aus Sizilien

Wer an Sizilien denkt, denkt an Sonne, Meer und Zitronen. Etwa 60% der in Italien produzierten Zitrusfrüchte stammen von der wunderschönen Insel im Herzen des Mittelmeers. Das maritime Klima, die vielen Sonnenstunden und der vulkanische Boden bieten optimale Bedingungen für den Anbau. Auch die Anzahl biologisch bewirtschafteter Flächen ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Gut für Sizilien, gut für die Bauern, gut für Lehmann Natur. Unsere italienische Produktionsfirma „tesoribio“ baut hier wahre „Bio-Schätze“ (deutsch für „tesori-bio“) an. Wir waren vorort und haben die Bauern, die sich tesoribio angeschlossen haben, auditiert.

Carmelo Micale, Mitbegründer von tesoribio, fährt mit uns zu seiner Zitrus-Plantage im Norden Siziliens. Auf den ersten Blick ist er Geschäftsmann durch und durch, doch hinter der Fassade verbergen sich 20 Jahre Erfahrung mit biologischem Anbau. Er hat viele sizilianische Bauern bei der Umstellung auf Bio unterstützt. „Der Impuls kam zunächst von außen“, erzählt er uns während der Autofahrt. „Kunden aus Deutschland und Österreich kamen auf uns zu und fragten uns, ob wir nicht auch Bio-Zitrusfrüchte für sie anbauen können. Die meisten sizilianischen Erzeuger sind kleine Familienbetriebe, deren Plantagen ihre einzige Existenzgrundlage darstellen. Wir mussten daher erst einmal anhand von Positiv-Beispielen beweisen, dass eine Umstellung auf biologische Landwirtschaft funktioniert, ohne dass enorme Ertragseinbußen und unheilbare Pflanzenkrankheiten drohen. Mit den Jahren haben dann immer mehr Betriebe umgestellt. Und sogar die Anzahl biodynamisch bewirtschafteter Flächen nimmt immer weiter zu.“

Wir erreichen seine Finca. Auf etwa 20 Hektar baut er für tesoribio Bio-Orangen und Bio-Zitronen an. Seine Plantage liegt idyllisch an einem Bachlauf, links und rechts von bewaldeten Hügeln eingerahmt. Der gesunde Boden ist dicht mit Gras bewachsen, die Abfälle vom letzten Baumschnitt wurden zu Haufen aufgeschüttet, in denen nun Insekten und andere Nützlinge Unterschlupf finden. Die zuvor noch leicht angespannten Gesichtszüge des Geschäftsmannes werden weicher. Wenn er hier ist, weiß er ganz genau, warum er tut, was er tut. Auch wenn kurz darauf sein Handy wieder klingelt - er kommt nicht oft zur Ruhe.

Während wir über die Finca spazieren, ziehen wir Blatt- und Bodenproben, begutachten Saftgehalt, Form und Farbe der Früchte. Carmelo erzählt uns, dass aufgrund der hohen Ansprüche an das Aussehen der Produkte leider immer ein gewisser Prozentsatz in der schlecht bezahlten Saftindustrie vermarktet werden muss. „Konventionelle Betriebe haben es da leichter“, sagt er. Diese verwenden nicht nur auf den Feldern bedenkliche Chemikalien, die Natur und Umwelt schaden, sondern auch nach der Ernte. So wird oft die natürliche Wachsschicht der Früchte durch eine künstliche ersetzt und ein Anti-Schimmel-Mittel aufgetragen. „Besonders problematisch ist das Thema Farbe. Die Kunden in Nordeuropa erwarten, dass Zitronen gelb sind. Die wenigsten wissen jedoch, dass die Früchte erst dann gelb werden, wenn die Nächte kalt genug sind, ebenso wie Äpfel erst einen Kälteschock brauchen, um rot zu werden. Auf Geschmack und Qualität wirkt sich die Farbe jedoch in keinster Weise aus. Konventionelle Betriebe finden mit Chemie Wege und Mittel, damit sich die grünen Früchte gelb färben. Das machen wir selbstverständlich nicht, auch wenn das für uns mehr Ausschuss bedeutet.“

Gemeinsam mit Carmelo fahren wir in den Südosten der Insel. Die Landschaft verändert sich. Nachdem der majestätische, über 3000 Meter hohe und an seiner Spitze noch immer schneegepuderte Ätna an uns vorübergezogen ist wird es trockener, wärmer und windiger - ideale Bedingungen für den Anbau von Zitronen. Aus der Region rund um die malerische Stadt Sirakusa kommen Italiens beste Zitronen, bekannt für ihre leuchtende Farbe, ihre feinkörnige Schale und ihren hohen Saftgehalt.

Giuseppe Attardo wischt sich den Staub vom Hemd. Mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter, seinen zwei Hunden, einer Horde Hühner und zwei Eseln wohnt er in unmittelbarer Nähe seiner 10 Hektar großen Zitronenplantage. Diese ist schon seit 1972 in Familienbesitz. „Die Plantage und den Hof haben vor mir schon meine Eltern bewirtschaftet. Als ich im Jahre 2000 auf Bio umstellte war ich überrascht, wie problemlos die Umstellung vonstatten ging. Carmelo hatte mich hierzu ermutigt – und ich habe es niemals bereut.“ Für Giuseppe war die Umstellung eine Erleuchtung. „Ich arbeitete auf einmal mit und nicht mehr gegen die Natur.“ Als wir uns später von ihm verabschieden fallen uns eine Reihe silbern glänzender Pokale auf einer der Fensterbänke auf. Auf unseren fragenden Blick hin grinst er stolz seine Frau an. „Wir sind nicht nur Bauern aus Leidenschaft. In unserer Freizeit tanzen wir – und offensichtlich gar nicht mal so schlecht.“ Giuseppe, der preisgekrönte, tanzende Biozitronenbauer hat es uns angetan. Gut gelaunt fahren wir weiter gen Süden.

In der Nähe des Barockstädtchens Noto treffen wir einen weiteren Bio-Bauern mit Herz: Corrado Loreto. Mit großen Schritten kommt er strahlend auf uns zu. „Ich zeige euch jetzt den schönsten Ort der Welt“, begrüßt er uns verheißungsvoll. Und wir werden nicht enttäuscht. Seine Anbauflächen umfassen mehr als 20 Hektar und liegen inmitten eines Naturreservats direkt an der Ostküste der Insel. Das Reservat bietet auf 1.500 Hektar einen atemberaubend schönen Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Hinter feinen Sandstränden und steilen Felsküsten erstrecken sich ausgedehnte Heidelandschaften, Sumpf- und Moorgebiete, wie es sie sonst nirgends auf Sizilien gibt. Diese dienen auch vielen Zugvögeln als Zwischenstation auf ihrer Reise nach Afrika. Im Dezember geht es hier zu wie auf einem internationalen Vogelflugplatz – ganz ohne Luftverschmutzung.

„Die Auflagen, um hier Landwirtschaft betreiben zu dürfen, sind verständlicherweise besonders hoch“, erklärt Corrado. „Aber mal ehrlich – wie könnte man einem solchen Stück Paradies jemals mit Herbiziden und Pestiziden schaden wollen?“ Liebevoll lässt er den Blick über die Landschaft gleiten. In der Ferne spaziert eine Gruppe Wanderer vorbei. Corrado und seine Mitarbeiter arbeiten dort, wo andere Menschen Erholung in unberührter Natur suchen.

Bevor wir wieder in Carmelos Wagen steigen um tags darauf die Heimreise nach Deutschland anzutreten atmen wir noch einmal tief diese ganz besondere Mischung aus frischer Meeresluft mit feinem Zitrusaroma ein, während uns die Sonne auf der Haut kitzelt. Das ist Sizilien pur. Ganz ohne Chemie. Und dafür stehen tesoribio und lehmann natur.

Hier können Sie das ganze Video sehen: Film

 

Messe 2019

2019 sind wir auf der Fruit Logistica in Berlin. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Fruit Logistica: Halle 5.2, Stand C-08

 

 

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